Gießen als Zufluchtsort für internationale Asylsuchende
In diesem Ausstellungsprojekt im Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen stand die multiperspektivische Aufarbeitung von Migrationsgeschichten im Fokus.
In diesem Ausstellungsprojekt im Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen stand die multiperspektivische Aufarbeitung von Migrationsgeschichten im Fokus. Der Lern- und Erinnerungsort befindet sich in eben jenem Gebäudekomplex, in dem sich von 1946 bis 2018 eine zentrale Aufnahmestelle für Heimatvertriebene, Geflüchtete und Übersiedler aus der DDR sowie Asylsuchende aus der ganzen Welt befand.
Meine Aufgabe umfasste die wissenschaftliche Recherche sowie die inhaltliche Konzeption zentraler Ausstellungsmodule und Medienstationen. Dabei galt es, komplexe globale Zusammenhänge, von historischen Fluchterfahrungen bis hin zu aktuellen Debatten über die europäischen Außengrenzen, visuell und narrativ greifbar zu machen.
Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit war die Aufarbeitung folgender Schwerpunkte, welche an einzelnen Wänden dargestellt wurden:
- Wand 1: Weltkarte zu den Herkunftsländern und Fluchtrouten von Geflüchteten, die ihren Asylantrag in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung stellten.
- Wand 2: Grenzerfahrungen von Geflüchteten auf dem Weg nach Europa und die Situation an den europäischen Außengrenzen.
- Wand 3: Welche Faktoren bestimmen die Fluchtgründe und Fluchtbewegungen in Zukunft? (z.B. Klimawandel)
- Wand 4: Konzeption einer Wechselausstellung zu einer Zeitzeugin mit Interview und ausgewählten Erinnerungsstücken.
Wissenschaftliche Erschließung und Vermittlung
Bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Themenwände achtete ich besonders auf eine synergetische Verbindung von Bild- und Textquellen: Von der Datenvisualisierung auf der Weltkarte bis hin zur Aufbereitung der komplexen rechtlichen und ökologischen Hintergründe von zukünftigen Fluchtursachen wie dem Klimawandel. Durch das Verfassen prägnanter, zielgruppengerechter Ausstellungstexte und die strategische Planung der Exponatanordnung schuf ich einen narrativen Raum, der nicht nur über vergangene Bewegungen informiert, sondern auch zur kritischen Reflexion über aktuelle globale Herausforderungen anregt.